DEHOGA Sachsen e.V. Hotel- und Gaststättenverband

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EU-Acrylamidverordnung nimmt nächste Hürde: DEHOGA lehnt gesetzliche „Pommes-Ampel“ als unverhältnismäßig ab

Trotz massiver Bedenken hat die EU-Kommission im Eilverfahren die vom DEHOGA deutlich kritisierte Acrylamidverordnung auf den Weg gebracht, von der fast alle gastgewerblichen Betriebe betroffen sind. Das neue Regelwerk, das die EU-Mitgliedstaaten im „Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel -– Sektion Neuartige Lebensmittel und toxikologische Sicherheit der Lebensmittelkette“ verabschiedet haben, sieht neue Dokumentations-, Probe- und Analysepflichten für die Branche sowie eine Bräunungsfarbskala in den Küchen vor. Nach unseren Informationen hat unter anderem Deutschland gegen die Verordnung gestimmt. Zudem scheint es einige Verbesserungen gegenüber der Ursprungsversion gegeben zu haben. Der DEHOGA hatte sich im Vorfeld unter anderem im Rahmen einer Stellungnahme klar gegen die unverhältnismäßigen Regelungen positioniert. 

Wieder einmal droht der Branche damit neue Bürokratie. Dabei ist die Datenlage zu diesem Thema aus Sicht des DEHOGA völlig unzureichend, um auf dieser Basis ein Gesetz zur Acrylamidreduktion zu verabschieden und voreilig ganze Branchen mit ausufernden Pflichten zu belasten. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sind die Ergebnisse zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Acrylamid, das bei starker Erhitzung von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffel- oder Getreideerzeugnissen entsteht, uneinheitlich. Die genaue Wirkung von Acrylamid auf den menschlichen Organismus konnte bislang nicht geklärt werden.  

Neben den grundsätzlichen Bedenken gegen den Verordnungsentwurf ist dieser ungenau formuliert und verstößt gegen den Bestimmtheitsgrundsatz, da nicht klar ist, welche Unternehmen von welchen Maßnahmen betroffen sein werden. Bezeichnend ist darüber hinaus, dass neben anderen europäischen Hotellerie- und Gastronomieverbänden auch Lebensmittelaufsichtsbehörden der Acrylamidverordnung kritisch gegenüber stehen.

Die Verordnung ist unverhältnismäßig, überflüssig und bürokratisch. Statt Betriebe mit Auflagen zu überziehen, sollte die Öffentlichkeit aufgeklärt werden. Die Verordnung könnte nach dem - geplanten aber glücklicherweise abgewendeten – Olivenölkännchen-Verbot zum neuen Sinnbild einer überzogenen EU-Regelungswut werden. „Die irrwitzige Forderung nach einer ‚Pommes-Ampel‘ ist sicher nicht geeignet, der um sich greifenden EU-Skepsis entgegenzuwirken“, kommentierte DEHOGA-Präsident Guido Zöllick die geplanten Regelungen. 

Sobald die deutsche Übersetzung der Verordnung vorliegt, werden wir unsere Mitglieder über die neuen Regelungen im Detail informieren. Die Verordnung könnte im Frühjahr 2018 in Kraft treten.


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