Gemeinsam stark für das Gastgewerbe

Mehrwertsteuersenkung

Behalten Sie den Überblick über Steuersätze, Termine und Fristen.
Informieren Sie sich über Sonderregelungen.

Hotline Gastgebwerbe & Tourismus 0351-85032250

Hier sollten Sie bei der Rechnungslegung (nach 1. Juli 2020) explizit ausweisen „abzgl. Anzahlung i.H.v. xx Euro (incl. 19 % oder 7% MwSt)

Nicht beanstandet wird, wenn Sie vom Frühstückspreis 70% zu 5% MwSt und 30% zu 16% MwSt ausweisen.

Hinweis: Da jedoch der Getränkeanteil meist unter 30% des im Frühstück enthaltenen Bestandteiles liegt, empfehlen wir eine separate Kalkulation (Wareneinsatz Getränke + Gewinnanteil = Verkaufspreis) und einzelne Ausweisung des Getränkeanteils (zu 16% MwSt)

Bundesfinanzministerium - Schreiben vom 2. Juli 2020

Wenn Übernachtungs- und Frühstückspreis in einem Betrag verkauft werden,

galt bisher: 20% Servicepauschale (19% MwSt.) und 80% Restbetrag (7% MwSt)

ab 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 gilt: 15% des Verkaufspreises als Business-Package zu 16% MwSt. (ab 1.1.2021: 19%) und 85% Restbetrag zu 5% MwSt (ab 1.1.2021: 7%)

Bundesfinanzministerium - Schreiben vom 2. Juli 2020

Da die Änderungen der MwSt-Sätze doch recht kurzfristig umzusetzen waren, stimmte die Finanzverwaltung einer Übergangsfrist von einem Monat (1.7. – 31.07.2020) zu. In dieser Übergangsfrist können auf Antrag bei Ausweisung der alten MwSt-Sätze (19%/7%) auch diese alten Sätze als Vorsteuer gezogen werden. Ab dem 1. August 2020 entfällt diese Regelung.

Prüfen Sie jede Rechnung genau, ob der korrekte MwSt-Satz angegeben wurde.

Für die Ausweisung des Mehrwertsteuersatzes auf Rechnungen ist nicht relevant, wann die Rechnung gestellt wird, sondern WANN DIE LEISTUNG ERBRACHT WURDE!

Im Zuge der Mehrwertsteuersenkung wurden die Kassen in den Betrieben zum 1. Juli entsprechend umgestellt, so dass die Mehrwertsteuersätze und -beträge mit 5 bzw. 16 Prozent ausgewiesen werden.

Achten Sie darauf, dass auf den Kassenbons zum einen der korrekte Steuersatz von 5 bzw. 16 Prozent ausgewiesen ist UND der Steuerbetrag in Euro auf den Bons ebenfalls 5. Bzw. 16 % entspricht.

Wir empfehlen Ihnen dringend, Ihre Kassen auf diesen Fehler, der nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, zu prüfen. Betroffene sollten Sie sich schnellstmöglich mit Ihrem Kassenhändler/-programmierer in Verbindung setzen.

Bei der umsatzsteuerlichen Behandlung von Getränken bei einem Gesamtverkaufspreis, beispielsweise im Rahmen eines Frühstücks, wird nicht beanstandet, wenn der Anteil der Getränke pauschal mit 30 Prozent (!) des Gesamtverkaufspreises angesetzt wird.

Bei einem ortsüblichen Frühstück hilft diese Regelung gar nicht. 

Daher bleibt Ihnen nur die konkrete Kalkulation des Anteils der Getränke - welcher in aller Regel zu einem deutlich niedrigeren prozentualen Anteil am Gesamtverkaufspreis ist - der dem allgemeinen Steuersatz von aktuell 16 Prozent zu unterwerfen ist.

Aktuelle Mitgliederinformation zur Mehrwertsteuersenkung für Restaurant- und Verpfle-gungsdienstleistungen
(Stand: 30. Juni 2020) HIER zum Download

Zur Vermeidung von Übergangsschwierigkeiten wird seitens der Finanzverwaltung zugelassen, dass auf Bewirtungsleistungen (z.B. Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle) in der Nacht vom 30. Juni 2020 auf den 1. Juli 2020 in Gaststätten, Hotels, Clubhäusern, Würstchenständen und ähnlichen Betrieben die ab dem 1. Juli geltenden Mehrwertsteuersätze von 5 bzw. 16 Prozent angewandt werden.

Nach dem BMF-Schreiben vom 30. Juni 2020 ist es für einen Übergangszeitraum unschädlich, wenn noch der Mehrwertsteuersatz von 19 bzw. 7 Prozent in einer Rechnung ausgewiesen wird. Das heißt konkret:

Wenn ein Unternehmer gegenüber einem anderen Unternehmer eine Leistung nach dem 30. Juni 2020 und vor dem 1. August 2020 erbringt und in der Rechnung noch den Mehrwertsteuersatz von 19 bzw. 7 Prozent ausweist, muss der leistende Unternehmer diesen (zu hohen) Steuersatz an das Finanzamt abführen, aber dem Rechnungsempfänger wird der Vorsteuerabzug auf Grundlage des ausgewiesenen Steuersatzes gewährt.

Bezüglich der Einlösung von sog. Einzweckgutscheinen, die vor dem 1. Juli 2020 verkauft und nach dem 30. Juni 2020 eingelöst werden, gilt nach dem BMF-Schreiben vom 30. Juni 2020, dass bezüglich der abweichenden Mehrwertsteuersätze keine Korrektur erfolgt. Der Gast erhält die mit dem Gutschein versprochene Leistung. Sollte bei Einlösung des  Einzweckgutscheins jedoch eine Zuzahlung durch den Gutscheininhaber erfolgen, so ist die bislang noch nicht versteuerte Differenz nach den zum Zeitpunkt der Einlösung geltenden Umsatzsteuersätzen zu versteuern, mithin ab dem 1. Juli 2020 mit 16 bzw. 5 Prozent.

Beim Kauf von Waren ist entscheidend, wann Sie diese erhalten. Erfolgt die Lieferung in der Zeit vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020, sind die neuen Umsatzsteuersätze anzuwenden. Allerdings folgt hieraus nicht zwangsläufig, dass Sie nur einen geringeren Kaufpreis zu bezahlen brauchen. Dies ist vom Vertrag und den darin mit dem Verkäufer getroffenen Vereinbarungen abhängig.

Bei Strom, Gas, Wärme oder Wasser ist in der Regel entscheidend, wann die Ablesung erfolgt. Der dann geltende Umsatzsteuersatz ist für den gesamten Abrechnungszeitraum anzuwenden. Die Versorgungsunternehmen können aber auch, Zeiträume vor dem 1. Juli 2020 und Zeiträume im zweiten Halbjahr getrennt abrechnen. Für Zeiträume vor dem 1. Juli 2020 gilt dann der alte Umsatzsteuersatz, für Zeiten im zweiten Halbjahr 2020 der neue Umsatzsteuersatz.

Beim Telefon ist das Ende des Rechnungszeitraums entscheidend. Wird das Telefon beispielsweise vom 15. Juni 2020 bis zum 14. Juli 2020 abgerechnet, gilt der neue Umsatzsteuersatz von 16 Prozent.

 

Gibt der Unternehmer die Umsatzsteuersenkung an seine Kunden weiter, genügt es, in einem weiteren Dokument die neuen Angaben unter Bezugnahme auf den Vertrag schriftlich festzuhalten.

Entscheidend ist grundsätzlich, wann eine Ware geliefert oder eine Dienstleistung vollständig erbracht ist. Ob eine Anzahlung erfolgt ist, ist für die Höhe der Umsatzsteuer nicht entscheidend.

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