DEHOGA Sachsen e.V. Hotel- und Gaststättenverband

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"Gleiche Steuern für Essen"

Interview

mit DEHOGA-Präsident Guido Zöllick

zum Start der DEHOGA-Kampagne "Gleiche Steuern für Essen"

 

Gleiche Steuern für Essen!

Welches Ziel verfolgt der DEHOGA mit seiner Kampagne „Gleiche Steuern für Essen“?

Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunftssicherung unserer Familienbetriebe und Restaurants. Wir wollen die gastronomische Vielfalt und die Esskultur in unserem Land erhalten und die frische und regionale Küche fördern. In Zeiten, in denen der Lebensmitteleinzelhandel sein Sortiment verzehrfertiger Essensangebote immens ausweitet und damit klar in Konkurrenz zur klassischen Gastronomie tritt, brauchen wir mehr denn je faire Wettbewerbsbedingungen. Das Wirtshaussterben auf dem Lande sowie das Verschwinden klassischer Restaurants aus den Innenstadtlagen machen deutlich, dass die Wettbewerbsfähigkeit der arbeitsintensiven Gastronomie dringend einer Stärkung bedarf.

Warum suchen Sie die Unterstützung der Öffentlichkeit?

Weil vielen Gästen aber auch Politikern und Medienvertretern nicht bewusst ist, dass das Schnitzel im Restaurant und am Imbiss unterschiedlich besteuert wird. Für Fertiggerichte, Essen zum Mitnehmen und geliefertes Essen fallen sieben Prozent an, für das frisch zubereitete Essen in unseren Betrieben 19 Prozent. Weder steuer- noch ernährungspolitisch ist die unterschiedliche Besteuerung von Essen nachvollziehbar. Fakt ist: Gastwirte und Restaurantbesitzer, die ihren Gästen frisch zubereitete Speisen offerieren, müssen deutlich mehr Kosten für Personal und Raum schultern als ihre Mitbewerber. Wenn sie dann auch noch für das gleiche Essen höhere Steuern als die Konkurrenz abführen müssen, ist das ein eklatanter Wettbewerbsnachteil. Unsere bundesweite Aufklärungskampagne soll die Öffentlichkeit, die Medien und die Politik auf die steuerliche Ungleichbehandlung der Gastronomie aufmerksam machen. Unsere Gäste sind Multiplikatoren, wenn es darum geht, mehr Verständnis für unser Anliegen zu erreichen. Zudem heißt es nicht umsonst „Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht.“ Denn in unseren Betrieben treffen sich Privatleute genauso wie Politiker und Entscheider aus Wirtschaft, Gesellschaft und Medien. Nur mit konsequenter Aufklärungsarbeit kann es gelingen, Bewegung in das Thema zu bringen.

Warum startet der DEHOGA die Kampagne gerade jetzt?

Der reduzierte Mehrwertsteuersatz für das Gastgewerbe steht bereits seit Jahren auf der politischen Agenda des DEHOGA ganz oben. 2010 wurde die ermäßigte Mehrwertsteuer für die Hotellerie eingeführt und damit ein deutscher Sonderweg beendet. Für die Gastronomie kämpfen wir weiter. Der Wettbewerbsnachteil für die gastronomischen Betriebe hatte sich bereits mit der Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent zum
1. Januar 2007 deutlich vergrößert. Zudem sorgen die aktuellen Trends im gesamten Außer-Haus-Markt für wachsenden Unmut in der Branche. So bauen Tankstellen und Supermärkte ihr gastronomisches Angebot immer stärker aus. Es ist doch aber niemandem zu erklären, warum in Deutschland sieben Prozent für Essen to go, für Lieferando & Co. und die Tütensuppe aus dem Supermarkt gelten, für unsere frisch zubereiteten Speisen, freundlich serviert in einladendem Ambiente, an einem schön gedeckten Tisch aber 19 Prozent fällig werden. Steuergerechtigkeit und Chancengleichheit sehen definitiv anders aus. Warum wird Hundefutter mit sieben Prozent Mehrwertsteuer gefördert, das Essen für unsere Kinder in Kindergärten und Schulen dagegen mit 19 Prozent bestraft? Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.

Mit welchen Argumenten wollen Sie noch überzeugen?

Unsere Betriebe sind fest verwurzelt in den Regionen und standorttreu. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt. Sie sind für unsere Gesellschaft unverzichtbar – gerade in Zeiten von Facebook, Twitter & Co. Hier findet man zueinander, kommt ins Gespräch, tauscht sich aus, genießt und erholt sich. Unsere Branche liefert echte Erlebnisse in einer immer virtueller werdenden Welt. Eine Bevölkerungsbefragung bestätigt, dass die Einrichtungen des Gastgewerbes ein wichtiger Kommunikationstreffpunkt sind, die Attraktivität der Region steigern und gerade für junge Leute entscheidend sind für die Wahl des Wohnorts. Die Gastronomie ist zudem ungemein arbeitsintensiv. Auf den gleichen Umsatz kommen sechs Mal so viele Mitarbeiter wie im Einzelhandel. Es sind unsere Betriebe, die Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern und neue schaffen. Damit ist die Gastronomie ein bedeutender Jobmotor. Das Gastgewerbe ist darüber hinaus als eine der wenigen Branchen in fast allen Regionen Deutschlands vertreten und leistet einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge. Sie sehen, es gibt viele Gründe, warum unsere Branche auf breiter Front Anerkennung verdient – die auch in Form einer fairen Steuergesetzgebung zum Ausdruck kommt.

Wie wollen Sie das Steuerthema in die Öffentlichkeit tragen?

Mit unserer bundesweiten Kampagne „Gleiche Steuern für Essen“ wollen wir über die unterschiedliche Besteuerung informieren und aufklären. Dafür schalten wir Anzeigen und stellen unseren Mitgliedern Info-Material zur Verfügung. Unser Flyer in Form einer Speisekarte macht die unlogische und nicht nachvollziehbare Steuergesetzgebung in unserem Land anhand von prägnanten Beispielen deutlich. Zudem sollen Bierdeckel mit dem Claim „Gleiche Steuern für Essen“, die in unseren Betrieben ausliegen, möglichst vielen Menschen anschaulich darstellen, warum „gleiche Steuern für Essen“ längst überfällig sind.

Was wollen Sie mit der Kampagne erreichen?

„Gleiche Steuern für Essen“, egal wo und wie es zubereitet und verzehrt wird, wäre ein Zukunftsprogramm für unsere Wirtshäuser und Restaurants. So zeigt sich Wertschätzung für regionale Küche, frische Zubereitung und die öffentlichen Wohnzimmer unserer Gesellschaft. Sympathisch und sachlich legen wir dar, warum eine steuerliche Gleichbehandlung der Gastronomie dringend notwendig ist und zeigen den politischen Handlungsbedarf auf. Es ist doch ganz einfach: Wenn die Politik verhindern will, dass immer mehr Wirtshäuser sterben – gerade im ländlichen Raum – dann muss sie unsere Branche fördern und stärken, anstatt sie zu belasten. Im Übrigen wird in 17 EU-Staaten zwischen dem Essen aus dem Supermarkt, dem Essen im Gehen, im Stehen und dem Essen im Restaurant steuerlich kein Unterschied gemacht. Dort ist Steuergerechtigkeit Realität.

Was kann der Hotelier bzw. Gastronom konkret tun?

Jeder Betrieb ist Botschafter und Vermittler unserer Forderung. Er sollte die Bierdeckel einsetzen und die Speisekarten auslegen, um damit möglichst viele Menschen zu erreichen. Ab sofort kann das auf der letzten Delegiertenversammlung beschlossene Aktionspaket bestellt werden unter www.dehoga.de/bestellung. Es beinhaltet 1.000 Bierdeckel und 20 Speisekarten und ist für DEHOGA-Mitglieder kostenfrei. Nicht-Mitglieder zahlen für das Aktionspaket 25 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versand. Die Auslieferung erfolgt ab Ende Februar. Fakt ist: Je mehr Betriebe sich an unserer Aufklärungskampagne beteiligen, umso größer ist die Aufmerksamkeit und die Chance für „Gleiche Steuern für Essen“. Gemeinsam für die Zukunft der Branche: Wir laden alle Betriebe zum Mitmachen ein, damit „Gleiche Steuern für Essen“ endlich auf die politische Agenda kommt.


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