(Dresden) Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Sachsen weist die Kritik der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Gastronomen würden beim Lohn „knausern“, entschieden zurück.
„Von einem Tarifpartner erwarten wir Unterstützung bei unserem Einsatz für mehr Netto vom Brutto statt pauschaler Vorwürfe. Im europäischen Vergleich haben wir in Deutschland sehr hohe Bruttolöhne bei gleichzeitig niedrigen Nettolöhnen. Seit 2022 sind Arbeitskosten um 34 Prozent, Energiekosten um 27 Prozent und Lebensmittelpreise um 26 Prozent gestiegen. Die 7 Prozent Mehrwertsteuer sind kein Geschenk – für viele Betriebe sind sie der letzte Rettungsring“, erklärt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Sachsen.
Die NGG behauptet, steuerliche Entlastungen würden nicht an die Beschäftigten weitergegeben. Nach der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2024 stiegen die Preise in der Gastronomie jedoch lediglich um 6,6 Prozent. „Viele Wirte haben die Mehrbelastung selbst getragen – trotz massiver Kostensteigerungen“, so Klein. Gleichzeitig steigen in die Löhne u.a. durch die Mindetlohnsteigerung. „Bei Personalkostenanteilen von oft über 40 Prozent des Umsatzes ist das ein erheblicher Kraftakt – und zeigt: Wenn Spielraum entsteht, investieren Betriebe in ihre Mitarbeitenden.“
Eine aktuelle DEHOGA-Umfrage bestätigt dies: 62,9 Prozent der Betriebe wollen die Entlastung nutzen, um die Bezahlung zu verbessern, weitere 8,4 Prozent planen dies. Zudem beabsichtigen 29,2 Prozent, zusätzliche Mitarbeitende einzustellen. „Unser Ziel ist klar: Gäste zurückgewinnen, Arbeitsplätze sichern und das Gasthaussterben stoppen“, betont Klein. Besonders betroffen seien kleine Betriebe: Rund 80 Prozent der sächsischen Gastronomiebetriebe beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. „Das sind Familienunternehmen. Wer sie schwächt, gefährdet regionale Arbeitsplätze und unsere Gastkultur. Nur wirtschaftlich gesunde Betriebe können faire Löhne zahlen.“
Auch aktuelle Zahlen des Sächsischen Landesamtes für Statistik zeigen den Druck auf die Branche: Im November 2025 sanken sowohl nominale als auch reale Umsätze gegenüber dem Vorjahr, gleichzeitig ging die Zahl der Beschäftigten um 2,6 Prozent zurück. „Wir erwarten hier Unterstützung und keine Diffamierungen“, so Klein.
Zudem weist der Verband darauf hin, dass die reduzierte Mehrwertsteuer ausschließlich für Speisen gilt, nicht für Getränke. „Die Steuersenkung soll die Gastronomie gezielt stärken – nur wirtschaftlich stabile Betriebe können Arbeitsplätze sichern und ausbauen“, erklärt Klein abschließend.
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