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Nach Minister-Kritik: So berechtigt sind die Preise in der Gastronomie wirklich

Ein 24,40-Euro-Schnitzel an der Ostsee sorgt derzeit bundesweit für Schlagzeilen – und für eine wichtige Diskussion über Preiswahrnehmung und wirtschaftliche Realität in der Gastronomie. Nachdem Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusminister Wolfgang Blank öffentlich über die Preise in Restaurants geschimpft hatte, reagierte die Branche mit deutlicher Kritik.

Politische Empörung trifft auf betriebliche Realität

Ein Minister, der öffentlich den Preis eines Gerichts beanstandet – das klingt zunächst nach Verbraucherschutz, offenbart aber eine gefährliche Unkenntnis über die tatsächlichen Kostenstrukturen im Gastgewerbe.
Küchenmeister Jürgen Mosthaf aus Baden-Württemberg bringt es auf den Punkt: „Wir haben immer noch 19 Prozent Mehrwertsteuer, den höchsten Mindestlohn in der EU und die höchsten Sozialabgaben.“

Viele Betriebe arbeiten längst an der Belastungsgrenze. Ein durchschnittlicher Gastronom leistet eine 6-Tage-Woche mit oft 12-Stunden-Tagen, trägt unternehmerisches Risiko und kämpft zugleich mit steigenden Energie-, Lebensmittel- und Personalkosten.

Kostenexplosion seit 2022: Preisanpassungen sind überlebensnotwendig

Die Zahlen sprechen für sich:

Arbeitskosten sind seit 2022 um über 37 Prozent gestiegen,

Energie, Lebensmittel und Getränke im Schnitt um 30 Prozent,

hinzu kommen höhere Pachten, Versicherungen und Gebühren.

Das Statistische Bundesamt bestätigt: Schweinefleisch verteuerte sich seit 2019 um 47,5 Prozent. Solche Entwicklungen lassen sich nicht dauerhaft über Einsparungen oder niedrigere Margen auffangen.

DEHOGA: Preise sind betriebliche Entscheidung

Auch der DEHOGA Bundesverband stärkt den Betrieben den Rücken. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges betont:

„Der Staat gibt keine Preise vor, der Verband keine Empfehlungen. Und das ist auch gut so. Was ein Schnitzel kostet, entscheidet der Wirt selbst.“

Denn Preisgestaltung ist kein politisches Statement, sondern Ausdruck betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit. Nur so können Qualität, faire Löhne und nachhaltiges Wirtschaften gesichert werden.

Verständnis statt Vorwürfe

Der DEHOGA Sachsen appelliert an Politik und Öffentlichkeit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche ernst zu nehmen. Preissteigerungen sind nicht Ausdruck von Gier, sondern das Ergebnis massiver Kostenentwicklungen, die weit über dem Durchschnitt anderer Branchen liegen.

Ein fair kalkuliertes Schnitzel ist kein Luxusgut – sondern ein realistischer Spiegel der aktuellen Wirtschaftslage.

 

Quelle: Focusonline.de

Erstellt von DEHOGA Admin DEHOGA Sachsen letzte Änderung am

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