Die Direktbuchung bleibt der wichtigste Vertriebskanal der europäischen Hotellerie. Gleichzeitig konzentriert sich das Geschäft über Online-Buchungsplattformen immer stärker auf wenige Anbieter. Besonders ausgeprägt ist die Stellung von Booking Holdings. Das zeigt die neue „European Hotel Distribution Study 2026“ von HOTREC.
Für die Studie wurden Angaben von 2.713 Hotels aus 28 europäischen Ländern für das Jahr 2025 ausgewertet. Europaweit werden weiterhin 51,3 Prozent der Übernachtungen direkt beim Hotel gebucht. Knapp 30 Prozent der Buchungen laufen über Online Travel Agencies (OTA).
In Deutschland liegt der Anteil der Direktbuchungen mit 59,7 Prozent sogar deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Gleichzeitig hat sich der Direktvertrieb verändert: Die Buchung über die eigene Hotelwebsite gewinnt an Bedeutung, während telefonische Buchungen zurückgehen.
Damit bleibt der eigene Buchungskanal für Hotels ein wichtiger Faktor – gerade mit Blick auf Provisionen, Gästedaten und die direkte Kundenbeziehung.
Innerhalb des OTA-Marktes ist die Konzentration erheblich: Europaweit entfallen 68,8 Prozent der OTA-Buchungen auf Booking Holdings, weitere 16,6 Prozent auf die Expedia Group. Zusammen stehen beide Konzerne für 85,4 Prozent des europäischen OTA-Marktes.
In Deutschland entfallen sogar 70,5 Prozent der OTA-Buchungen auf Booking Holdings, davon 69,2 Prozent allein auf Booking.com. Die HRS-Gruppe erreicht hier noch 9,9 Prozent.
Die Marktkonzentration ist auch wettbewerbsrechtlich relevant: Das Gericht der Europäischen Union bestätigte am 9. September 2026 das Verbot der Übernahme der Etraveli Group durch Booking. Dabei bestätigte es die Einschätzung der EU-Kommission, wonach die Übernahme die bereits beherrschende Stellung von Booking auf dem Markt für Online-Reisebüros im Hotelbereich weiter gestärkt hätte.
Die Studie zeigt zudem weitere Herausforderungen: 51 Prozent der Hotels berichten, dass OTA ihre Preise häufig oder gelegentlich unterbieten – 2023 waren es noch 43 Prozent. Zudem berichten 44 Prozent von einer Weiterverteilung ihrer Raten und Verfügbarkeiten über weitere Plattformen („Multi-Sourcing“).
Für Hotels geht es deshalb zunehmend um mehr als Provisionen: Wer kontrolliert Preise, Verfügbarkeiten, Zahlungswege, Gästedaten und letztlich die Beziehung zum Gast?
Hotels sollten ihren Direktvertrieb konsequent weiterentwickeln: eine gut buchbare eigene Website, aktuelle Preise und Verfügbarkeiten sowie eine professionelle technische Anbindung werden immer wichtiger. OTA bleiben ein bedeutender Vertriebskanal – gleichzeitig lohnt es sich, die eigene Abhängigkeit von einzelnen Plattformen regelmäßig zu überprüfen.
Quelle: ahgzonline
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