Neue Apps, digitale Check-ins, KI in der Gästekommunikation oder neue Hotelkonzepte: Innovationen gibt es viele. Doch was davon kommt beim Gast tatsächlich an?
Eine aktuelle Studie der DHBW Heilbronn liefert dazu interessante Antworten. Für den Innovation Perception Index 2026 wurden 2.001 Menschen repräsentativ befragt. Für Hotellerie und Gastronomie lassen sich daraus vor allem drei Erkenntnisse ableiten.
Gäste interessiert weniger, ob etwas neu oder besonders innovativ ist. Entscheidend ist: Was habe ich davon?
81 Prozent der Befragten halten Vereinfachung für wichtig, eine absolute Neuheit dagegen nur 56 Prozent. Qualität, Zuverlässigkeit und eine spürbare Erleichterung zählen mehr als Neuheit oder Design.
Für Gastgeber heißt das: Nicht „Wir haben jetzt einen digitalen Check-in“, sondern „Sie kommen schneller und ohne Wartezeit auf Ihr Zimmer.“
Die entscheidende Frage: Welches Problem unseres Gastes lösen wir?
Ein bemerkenswertes Ergebnis: Menschen entscheiden sich eher für eine teurere, aber einfach nutzbare Lösung als für eine günstigere, komplizierte Variante.
Das gilt besonders für digitale Prozesse. App herunterladen, Account anlegen, Passwort vergeben und Daten eingeben – schnell wird aus einer vermeintlichen Erleichterung zusätzlicher Aufwand.
Ob Buchung, digitaler Zimmerschlüssel oder KI-gestützte Gästekommunikation: Gute Innovation sollte Schritte abschaffen statt neue schaffen.
Die Frage für den Unternehmer lautet deshalb: Machen wir es für den Gast wirklich einfacher – oder nur digitaler?
Viele Menschen stehen Innovationen positiv gegenüber und haben trotzdem Sorgen. Besonders wichtig für das Gastgewerbe ist der Datenschutz: 52 Prozent der Befragten beschäftigt dieses Thema.
Vertrauen entsteht dabei vor allem durch Menschen und Erfahrungen: 47 Prozent verlassen sich auf persönliche Empfehlungen, nur 23 Prozent auf Werbung.
Gerade beim Einsatz von KI liegt darin eine Chance. Technologie sollte persönliche Gastfreundschaft nicht ersetzen, sondern Mitarbeitende von Routine entlasten und damit mehr Zeit für den Gast schaffen.
Ob neue Software, KI-Anwendung, Self-Check-in oder digitales Bezahlsystem – drei Fragen können bei der Entscheidung helfen:
Löst die Neuerung ein echtes Problem? Macht sie es dem Gast einfacher? Kann der Gast der Lösung vertrauen?
Denn eine Innovation ist nicht erfolgreich, weil sie neu ist. Sie ist erfolgreich, wenn der Gast ihren Nutzen spürt und sie gerne wieder nutzt.
Quelle: AHGZonline
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